Supervision 

Theorien und Konzepte

In unserem Supervisions-Rucksack bringen wir eine Sammlung an Methoden und Theorien mit. Die wichtigsten stellen wir hier kurz vor: 

  • Die Transaktionsanalyse ist von Eric Berne Mitte des letzten Jahrhunderts als psychische Theorie der menschlichen Persönlichkeitsstruktur entwickelt worden und reflektiert das Denken, Handeln und Verhalten von Menschen in Beziehung. Der Grundgedanke ist, dass jeder Mensch die Fähigkeit besitzt zu denken und Probleme zu lösen. Das Modell der Ich-Zustände analysiert menschliche Kommunikation in Teams beispielsweise sehr nahbar. 
  • Systemische Beratung umfasst das Denken, dass Beziehungen immer in Wechselwirkung (in einem System) stehen und ich selbst Teil der Systeme bin. Der konstruktivistische Grundgedanke und die Systemtheorie von Luhmann sind ebenfalls Bestandteile in diesem Beratungsansatz.
  • Der Psychodrama-Ansatz nach Moreno besagt, dass wir Menschen in Handlungen bringen müssen, denn viele Probleme (insbesondere emotionale) können nicht kognitiv gelöst werden. Die Menschen gehen hierbei in die Identifikationen mit ihrem Thema. Es ist ein komplexes Rollenspielverfahren, dass den Fokus auf das innere Erleben von antizipierten Situationen geht. 
  • Die Gewaltfreie Kommunikation (GfK) hat M. Rosenberg entwickelt, um menschliche Beziehungen angenehmer zu gestalten. Kommunikation soll zu mehr Freude und Vertrauen in Beziehung beitragen. Die GfK ist ein Kommunikations- und Konfliktlösungsprozess, dem eine humanistische Grundhaltung zugrunde liegt. 
  • Aus der Gestaltpsychologie (nach Pearls) bedienen wir uns mit Gestalttechniken wie dem Figur-Grund-Prinzip und dem Wahrnehmungsfokus im Hier & Jetzt. Grundgedanke ist, dass wir Menschen die Dinge immer als Ganzes erfassen und erfahren und rund machen wollen. Wir sind sehr achtsam, dass wir durch unsere Arbeit Stimuli beim Supervisanden und bei der Supervisandin setzen, von denen wir nicht wissen was diese bei ihm oder ihr bewirken. 
  • Beobachten im Quadrat (nach Nowottka) ist unsere Grundlage in der Supervision und besagt, dass wir in Beratung und Führung bewusst beobachten und reflektieren müssen – trotz und gerade bei Handlungsdruck. Das Quadrat stellt ein Schema für diese Reflektion dar in dem es die Ebenen Person, Beziehung, Aufgabe und System umfasst. 
  • Intervisionen und Kollegiale Fallberatung möchten wir gerne einführen und immer wieder als Methode anwenden, um diese einzuüben und zu trainieren. Dahinter steckt der für uns wesentliche Gedanke, dass wir die Teilnehmer unserer Supervisionen nicht abhängig von uns machen wollen, sondern unsere Methoden offenlegen möchten, um zu befähigen sich untereinander auch selbstständig zu reflektieren. Als Zielvision haben wir, dass Reflektionen in kleinen Intervisionsgruppen zum Bestandteil des Arbeitsalltags werden. 
  • Rollentheorien reflektieren die Rollen die Menschen in einer Organisation innehaben und reflektieren eben diese inklusive der damit einhergehenden Verhaltens- uns Erwartungsmuster. Eine Rolle ist demnach die Summe der Verhaltenserwartungen, die an eine Person adressiert werden. Sie geben Sicherheit und Stabilität in einem System. 
  • Teamentwicklung ist ein weiterer Bereich, der auf einigen Theorien fußt. Hier arbeiten wir gerne mit den Teamphasen von Tuckman (Forming, Storming, Norming, Performin, Adjourning) als Gradmesser in solchen Prozessen. Weiter greifen wir die Gedanken von Kurt Lewin auf, nach denen Menschen in Gruppen verschiedene Handlungsmuster aufweisen, verschiedene Rollen einnehmen (siehe oben) und damit die Gruppe (als System, siehe oben) beeinflussen. 

Wir arbeiten ein Stück weit intuitiv mit diesen Theorien und Methoden, basierend auf unserer langjährigen Erfahrung. Wir machen den Einsatz bestimmter Techniken abhängig von der Gruppe, der Intensität des Vertrauens in dem geschaffenen Raum und den Menschen, die mit uns arbeiten. So würden wir beispielsweise Rollenspiele aus Psychodrama und Gestaltpsychologie erst nach einem gelungenen Kennenlernen und Vertrauensaufbau einsetzen, um keinen Teilnehmenden zu überfordern. 

Das Besondere am Einsatz von Methoden, Techniken und Theorien ist, dass wir diese gerne auch offenlegen, erklären und eben Mut machen selbst damit zu arbeiten in einem entsprechenden Rahmen natürlich. 

Das ist ein Leitgedanke unserer Arbeit: Die Menschen befähigen genau zu verstehen und zu beobachten, Interesse am Gegenüber zu entwickeln und Problemen, Konflikten und Herausforderungen gemeinsam zu begegnen mit einem gut gefüllten Rucksack an Methoden.